Während wir bis zu den Haarspitzen in den Planungen für’s Saatgutfestival 2018 stecken, taucht plötzlich die Frage auf: 

“Wie ist es überhaupt zu dieser Veranstaltung gekommen?”  

Kurz mal nachgedacht und die Fotosammlung auf dem PC durchforstet und siehe da, die Geschichte wird wieder ganz lebendig. 

 

Angefangen hat alles im März 2013 in Bonn. Dort fand das erste Saatgutfestival statt, das vom VEN organisiert wurde .
Aus Düsseldorf kamen wir als kleine Delegation unserer damals entstehenden Transition Initiative nach Bonn und waren völlig fasziniert von der Vielfalt der Themen und der großen Anzahl der Aussteller mit ihren liebevoll vorbereiteten Ständen und der unglaublichen Fülle an Sorten in allen Formen und Farben.

Besonders spannend war  auch der große Tauschtisch, um den sich ganz viele Menschen versammelten, die sich teilweise auch über die verschiedensten Gruppen in sozialen Netzwerken verabredet hatten, um sich mal persönlich zu treffen und auszutauschen. Und die meisten hatten eigenes, selbstgezogenes Saatgut aus Gärten und Balkonen dabei, was mit Anbautipps und persönlichen Geschichten ausgepackt und untereinander getauscht wurde.
Jeder von uns reiste am Abend wieder heim mit schönsten und ziemlich unbekannten Schätzen und dem wunderbaren Gefühl Teil einer wunderbaren Gemeinschaft zu sein, in der das Wertvollste überhaupt miteinander geteilt wird: Wissen und lebendiges Saatgut.

Michael Bonke ließ es sich nicht nehmen Susanne Gura, die erste Vorsitzende des VEN zu interviewen.
Das Gespräch kann man auf seinem Blog nachhören:  096_SunPod_Interview: Susanne Gura – Nutzpflanzenvielfalt

Zu dem Zeitpunkt hat keiner von uns auch nur im geringsten gedacht, dass wir zwei Jahre später genau so etwas auch auf die Beine stellen würden!

Ein Jahr später, im März 2014, trafen wir uns erneut bei Dorothea Wamper am Stand des VEN, diesmal in einer kleinen Schule in Königswinter. Und wieder war es ein unvergessliches Erlebnis.

Im Herbst 2014 kam Dorothea Wamper auf uns zu und erzählte, dass der VEN im folgenden Jahr keine Möglichkeit sähe, das Saatgutfestival erneut zu organisieren. Die Räumlichkeiten fehlten in Bonn, und ebenso war es diesmal wenig aussichtsreich dafür ausreichend Helfer vor Ort zu haben.
Das Projekt drohte ins Wasser zu fallen und so starteten die Überlegungen das Ganze nach Düsseldorf zu holen und die Suche nach Menschen, die die Organisation tatkräftig in die Hände nehmen würden.
Das Team fand relativ schnell zusammen, da wir auch schon durch den March Against Monsanto gemeinschaftlich verbunden waren. Die Kontakte zu den Ausstellern waren ja durch den VEN zum erheblichen Teil schon durch die vorhergehenden Bonner Veranstaltungen geknüpft.  Ein Austragungsort war auch relativ schnell gefunden, das Geschwister Scholl Gymnasium, das durch sein starkes Engagement in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit, sich regelrecht anbot.
Und so startete im März 2015 die Geschichte des Saatgutfestivals in Düsseldorf, organisiert durch Mitglieder des VEN, des Gemeinschaftsgartens düsselgrün, des Ökotops Heerdt und der Transition Initiative Düsseldorf mit dem Gemeinschaftsprojekt Leben findet Stadt.

Michael Bonke interviewte im April 2017 zwei der Organisatorinnen der ersten Stunde, Anika und Daria vom düsselgrün – nachzuhören auf seinem Podcast-Blog Sunpod.
207 SunPod-Interview: Daria und Anika – Saatgutfestival Düsseldorf

 

Fotos: Olivia Tawiah

Stimme 02: Wie kam das Saatgutfestival nach Düsseldorf?